Aktuelle Meldungen

Musterbauordnung in Deutschland novelliert: Folgen für Bauprodukte

Beim Seminar Bauprodukte und Möbel vom ECO-Institut in Köln am 7. November 2017 stellte Frau Dr. Doris Kirchner, Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin, wesentliche Fakten zur Novellierung der Musterbauordnung vor:

  • statt Bauregellisten und Liste der Technischen Baubestimmungen: Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB)/§ 85a MBO
  • MVV TB = normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift
  • verstärkt: Bauwerksanforderungen gegenüber Produktanforderungen
  • klare Trennung zwischen harmonisierten (CE-Kennzeichnung) und nicht harmonisierten Bauprodukten (mit und ohne Ü-Kennzeichnung)
  • klare Trennung auch in der Kennzeichnung (§ 87 Abs. 4 MBO: „Die Verwendung des Ü-Zeichens auf Bauprodukten, die die CE-Kennzeichnung … tragen, ist … nicht mehr zulässig.“)
  • neu: Trennung zwischen Bauprodukten (Verwendbarkeit in §§ 17-25 MBO) und Bauarten (Anwendbarkeit in § 16a MBO)

„Werkzeuge“ zum Nachweis des Gesundheitsschutzes:

  • ETA – Europäische Technische Bewertung
  • abZ (oder Zustimmung im Einzelfall), wenn keine hEN oder andere technische Regel vorliegt bzw. Abweichfall
  • freiwillige Nachweise

Am 22./23. November 2017 informierte Frau Verena Tykiel, Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin, auf dem VDI-Wissensforum Bauprodukte und gesunde Innenraumluft zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Deutschland und Europa.

Ziele der Novellierung:

  • Harmonisierung von Prüfverfahren, um Handelshemmnisse zu beseitigen
  • Berücksichtigung bestehender nicht harmonisierter europäischer Verfahren sowie nationaler Verfahren
  • Mitgliedstaaten können ihr jeweiliges Schutzniveau beibehalten

Die neue MVV TB trennt zwischen Bauprodukten und Bauarten sowie zwischen harmonisierten (CE-Kennzeichnung) und nicht harmonisierten/nationalen Bauprodukten (mit und ohne Ü-Kennzeichnung). Aufgrund mangelhafter harmonisierter Normen und dem Fehlen von allgemein anerkannten Planungs-, Bemessungs- und Ausführungsregeln gibt es „Lücken“ in der europäischen Normung. Die „Lücken“ aufgrund fehlender Angaben zu Produktleistungen können derzeit nur auf freiwilliger Basis geschlossen werden. Gibt es keine allgemein anerkannter Planungs-, Bemessungs- und Ausführungsregeln, sind Anwendbarkeitsnachweise vorgeschrieben.

Das DIBt unterscheidet zwischen reinen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (nur Produktregelungen), reinen Bauartgenehmigungen (nur Anwendungsregelungen) und im nicht harmonisierten Bereich Kombinationsbescheiden aus allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) und allgemeinen Bauartengenehmigungen (aBG).

Künftige Instrumente:

  • Bauartgenehmigung, ggf. auch Bauart-abP (allgemein bauaufsichtliches Prüfzeugnis)
  • Europäische Technische Bewertung (ETA) für Nachweise von Produktleistungen
  • Gutachten des DIBt für freiwillige Nachweise von Produktleistungen
    • bei Vorhandensein technischer Regeln über qualifizierte/zertifizierte Prüfstellen
    • bei Nichtvorhandensein technischer Regeln über das DIBt
  • allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), dort, wo keine allgemein anerkannte technische Regel vorliegt oder das Produkt deutlich von anerkannten technischen Regeln abweicht, somit bleibt auch das Ü-Zeichen für einige Produkte erhalten

 

Fachzeitschrift für Gebäudeschadstoffe und Innenraumluft 
Ausgabe 2.2017: PCB, Chlorparaffine, Radon, Quarz, Asbest

Aktuelle Themen:

Gebäudeschadstoffe und Innenraumluft

  • Dauerhafte PCB-haltige Fugenmassen und Farbanstriche verursachen hohe PCB-Emissionen aus Gebäuden: Fakten und Handlungsbedarf
  • Chlorparaffine als PCB-Ersatzstoffe haben ähnliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit
  • Bauliche und Lüftungstechnische Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Radon als Verursacher von Lungenkrebs
  • Quarzgehalte von Baustoffen: Schutzmaßnahmen vor gefährlichen feinen Stäuben
  • Nationaler Asbestdialog: Vorschläge zum Umgang mit asbesthaltigen bauchemischen Produkten im Bestand
  • Neuer Schimmelleitfaden: Schlüsselrolle der Sachverständigen

Aus dem Inhalt:

  • Belastungen von Umwelt und Lebensmitteln durch PCB-Emissionen aus Gebäuden
  • Chlorparaffine (Ersatzstoffe für PCB) in Gebäuden
  • Radon in Innenräumen – Regelungen des neuen Strahlenschutzgesetzes
  • Quarz ein unterschätzter Gebäudeschadstoff
  • Nationaler Asbestdialog – Anlass und Ergebnisse
  • Auszug aus: Einschätzung des Gefährdungspotentials durch asbesthaltige Spachtelungen sowie andere asbesthaltige Bauteile und daraus zu ziehende Konsequenzen (Positionierung der AGÖF)
  • Messung der Asbestexposition auf Baustellen bei hohen Staubkonzentrationen
  • Vorkommen von mono-, di- und trichlorierten Biphenylen in PCB-belasteten Fugenmassen
  • Kommentar zum neuen „Schimmelleitfaden“ des Umweltbundesamtes

Weitere Informationen über die neue Fachzeitschrift finden Sie hier.

Leseproben der aktuellen Ausgabe: Inhaltsverzeichnis, Belastungen von Umwelt und Lebensmitteln durch PCB-Emissionen aus Gebäuden (Weber/Herold), Quarz – ein unterschätzter Gebäudeschadstoff (Rühl)

Verlagsgesellschaft Rudolf Müller neuer Partner bei DCONex 2018

Schadstoffmesse erweitert Programm und Zielgruppe

Am 17. und 18. Januar 2018 stellt der DCONex-Fachkongress mit begleitender Ausstellung in der Messe Essen das Thema Schadstoffmanagement in den Fokus. Neuer Partner neben dem Gesamtverband Schadstoffsanierung (GVSS) ist die Verlagsgesellschaft Rudolf Müller mit ihrer Fachzeitschrift B+B BAUEN IM BESTAND. Damit richtet sich das Programm verstärkt an Fachbetriebe, die im Baubestand tätig sind.

Am ersten Veranstaltungstag berichten Experten in zwei parallel laufenden Veranstaltungsblöcken: Die Verlagsgesellschaft Rudolf Müller bietet ein Fachvortragsprogramm an, das sich primär an im Baubestand tätige Fachbetriebe richtet, wie an Bauleiter, Architekten, Ingenieure, Bausachverständige, Bauträger, Eigentümer und Verwalter von Immobilien. Der GVSS stellt folgende Themen in den Fokus: Bauliche Maßnahmen zum Radonschutz, PCB-Sanierungen, Hausstaubuntersuchungen sowie die Sanierung von Schimmelpilzschäden.

Der zweite Kongresstag widmet sich dem schadstoffarmen Bauen und Sanieren. Dabei informieren Experten, welche Schadstoffe in modernen Bauprodukten zu finden sind und was im Umgang damit zu beachten ist. Darüber hinaus stehen die Konsequenzen des EuGH-Urteils 10/2014 für die Auswahl und Verwendung von Bauprodukten für Neubau und Sanierung im Fokus. Ein weiterer Themenblock beschäftigt sich mit werkvertraglichen Regelungen. Die Essener DCONex-Gespräche stellen im Anschluss den „Nationalen Asbestdialog“ und „Nachhaltiges Bauen und Asbest“ in den Mittelpunkt.

Weitere Informationen über den DCONex-Fachkongress und die begleitende Ausstellung gibt es online unter www.dconex.de

 

 

„Schadstoffe im Baubestand“ erkennen und richtig reagieren!‘
Die Neuerscheinung „Schadstoffe im Baubestand“ bietet erstmalig eine kompakte, systematische Zusammenstellung der beim Bauen im Bestand am häufigsten vorkommenden Schadstoffe in Wort und Bild. Mit Hinweisen zur Bewertung sowie zu erforderlichen Maßnahmen ist sie eine praxisgerechte Entscheidungshilfe und Handlungsanleitung für Fachunternehmer, Planer und Bauherren beim Bauen im Bestand. … mehr