Asbest

Asbest ist der älteste verwendete anorganische Faserstoff, er wird auch heute noch ausschließlich aus natürlichen Mineralvorkommen gewonnen. Je nach Gestein liegen verschiedene Faserarten mit leicht unterschiedlicher chemi­scher Zusammensetzung vor wie Chrysotil (Weißasbest), Krokydolith (Blau­asbest), Amosit (Braunasbest), Antophyllit und Tremolit. Bei der Herstellung von Asbest wird das Gestein in großen Mahlwerken zerbrochen, die Asbest führenden Adern werden freigelegt, die Fasern werden in verschiedenen Stufen weiter gebrochen ausgesiebt und dabei nach Längenklassen getrennt. Die so gewonnenen Materialien sind die Asbestfasern, die dann weiter verar­beitet werden.

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Charakteristisch ist die Nadelform, die die Asbestkristalle bilden. Wie bei allen Kristallen überträgt sich dabei die Struktur der kristallinen Zusam­mensetzung im mikroskopisch kleinen (atomaren) Maßstab in die makros­kopisch sichtbare Form der Kristalle.

Asbest ist hitzefest, beständig gegen Säuren und Laugen und Wasser abwei­send. Diese Eigenschaften haben Asbest zu einem wichtigen Rohstoff für viele technische Produkte gemacht.

Lange Fasern, insbesondere die flexibleren Fasern des Chrysotilasbests, wurden zu Fäden gesponnen, die gewebt oder zu Seilen gedreht wurden. Die Gewebe wurden zu Kleidung, Decken und Kissen verarbeitet, mit de­nen Menschen und Maschinen gegen Hitze geschützt wurden.

Mittellange Fasern wurden entweder direkt als Brandschutzmaterial wie Asbestpappen verwendet, aufgespritzt (Spritzasbest) oder in Brandschutz­materialien wie leichte asbesthaltige Brandschutzplatten eingemischt. Diese Faserlängenklasse wurde auch für Asbestzement verwendet, in dem die Fa­sern hauptsächlich das Material armieren; der eigentlich spröde Zement wird durch die Fasern zäh und elastisch, sodass sich aus dem Material sehr dünne, beständige Formteile herstellen lassen wie

  • Platten zur Dachdeckung (Wellasbest),
  • Platten zur Verkleidung von Fassaden und Attiken (Glasalplatten),
  • Platten zur Herstellung von Wandelementen,
  • Formteile als Lüftungsrohre (Toschi-Rohre) oder
  • Abwasserrohre.

Insgesamt wurde von diesen Materialien in der alten Bundesrepublik eine Fläche von ca. 9 Milliarden m2 verbaut, dies entspricht ungefähr der Fläche des Bodensees.

Kurze Fasern wurden vielfach in weiche organische Massen eingemischt, um das entstehende Produkt wie Fußbodenbeläge, Phenolharzmassen bei Verteilerdeckeln, Farbbeschichtungen oder Gummidichtungen abriebfest zu machen.

Asbest kommt auf der gesamten Erde im Gestein vor. Kommerziell abge­baut wurde und wird er aber nur in wenigen Ländern mit genügend ergiebigen Fundstellen.

In Deutschland hat sich der Ausstieg aus der Asbestverwendung über einen längeren Zeitraum hingezogen. Seit 1990 ist das Inverkehrbringen und die Verwendung von Asbest vollständig verboten.

Asbest kann u. a. vorkommen in